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Gruppentherapie in Bremen für Kinder und Jugendliche – gemeinsam wachsen und neue Erfahrungen machen
Viele Kinder und Jugendliche erleben Phasen, in denen Freundschaften schwierig werden, Unsicherheiten zunehmen oder der Umgang mit Gefühlen und Konflikten belastend ist. Während eine Einzeltherapie einen geschützten Raum für persönliche Themen bietet, kann Gruppentherapie für Kinder und Jugendliche eine besondere Möglichkeit sein, neue Erfahrungen mit Gleichaltrigen zu machen und sich selbst im Kontakt mit anderen besser kennenzulernen – auch für Familien in Bremen, die eine passende therapeutische Begleitung suchen.
Gerade Kinder und Jugendliche entwickeln sich in Beziehungen – und lernen in Beziehungen auch neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen.

Was ist Gruppentherapie?
Gruppentherapie findet in einer kleinen, festen Gruppe von Kindern oder Jugendlichen ähnlichen Alters statt und wird therapeutisch begleitet. Die Gruppe trifft sich regelmäßig in einem geschützten und verlässlichen Rahmen.
Je nach Alter können Gespräche, Spiel, kreative Methoden, Rollenspiele oder gemeinsame Aktivitäten im Mittelpunkt stehen. Dabei geht es nicht allein darum, soziale Fähigkeiten zu trainieren. Vielmehr bietet die Gruppe die Möglichkeit, Beziehungen unmittelbar zu erleben, Gefühle besser zu verstehen und neue Erfahrungen im Miteinander zu machen.
Die Psychologin Zipora Shechtman beschreibt Gruppentherapie als einen therapeutischen Raum, in dem neben der Beziehung zur Therapeutin oder zum Therapeuten auch die Beziehungen zwischen den Kindern und Jugendlichen selbst zu einem wichtigen Teil des therapeutischen Prozesses werden können (Shechtman, 2017).
Mit der Zeit kann so ein Raum entstehen, in dem Kinder und Jugendliche sich selbst und andere besser kennenlernen.
Die Gruppe als psychodynamischer Erfahrungsraum
Aus psychodynamischer Sicht ist dabei besonders interessant, was innerhalb der Gruppe entsteht. Kinder und Jugendliche können in der Gruppe erleben, wie sie auf andere wirken, wie sie Beziehungen gestalten und welche Gefühle oder Konflikte dabei eine Rolle spielen.
Dabei geht es nicht nur um das Nachdenken über Beziehungen. Die Beziehungen werden in der Gruppe unmittelbar erlebt: Jemand fühlt sich ausgeschlossen, ein anderes Kind zieht sich zurück, jemand übernimmt schnell die Führung oder traut sich zunächst kaum, etwas zu sagen.
Solche Situationen können gemeinsam betrachtet und verstanden werden. Dadurch entsteht die Möglichkeit, vertraute Beziehungsmuster wahrzunehmen und nach und nach neue Erfahrungen zu machen.
Für wen kann Gruppentherapie hilfreich sein?
Gruppentherapie kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn soziale Beziehungen und das eigene Erleben im Kontakt mit anderen eine wichtige Rolle spielen.
Zum Beispiel bei:
- sozialer Unsicherheit oder Ängsten
- Schwierigkeiten, Freundschaften aufzubauen oder zu halten
- Rückzug und Einsamkeit
- geringem Selbstwertgefühl
- Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen
- häufigen Konflikten mit Gleichaltrigen
- Schwierigkeiten, eigene Grenzen zu erkennen oder zu setzen
Dabei ist jedes Kind anders. Ob eine Gruppentherapie für ein Kind oder einen Jugendlichen sinnvoll ist, wird deshalb immer individuell betrachtet. Auch Alter, Entwicklungsstand, persönliche Situation und die Zusammensetzung der Gruppe spielen eine wichtige Rolle.
Gruppentherapie sieht je nach Alter unterschiedlich aus
Grundschulkinder
Bei jüngeren Kindern steht häufig das gemeinsame Spielen und Erleben im Vordergrund. Gefühle, Freundschaft, Selbstvertrauen oder Konflikte können beispielsweise über Spiele, Geschichten, kreative Methoden und gemeinsame Aktivitäten aufgegriffen werden.
Kinder müssen ihre Schwierigkeiten dabei nicht immer in Worte fassen. Im Spiel und im Kontakt mit anderen können sich wichtige Themen zeigen und gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten verstanden werden.
Kinder im Übergang zur Pubertät
Mit zunehmendem Alter werden Freundschaften, Zugehörigkeit und die eigene Position innerhalb einer Gruppe wichtiger. Themen wie Selbstwert, Ausgrenzung, Konflikte oder der Umgang mit den eigenen Gefühlen können stärker in den Mittelpunkt rücken.
Die Gruppe bietet dabei die Möglichkeit, soziale Situationen nicht nur zu besprechen, sondern sie tatsächlich zu erleben und gemeinsam zu reflektieren.
Jugendliche
Für Jugendliche können Fragen nach Identität, Freundschaft, Nähe und Abgrenzung besonders bedeutsam sein:
Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Wie möchte ich von anderen gesehen werden? Und wie kann ich meine eigenen Bedürfnisse ernst nehmen?
Die Gruppe bietet die Möglichkeit, solche Fragen nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern im Kontakt mit anderen unmittelbar zu erleben.
Warum kann Gruppentherapie hilfreich sein?
Eine Gruppe bietet etwas, das in einer Einzeltherapie in dieser Form nicht möglich ist: Kinder und Jugendliche begegnen anderen jungen Menschen, die ebenfalls mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Die Erfahrung „Ich bin damit nicht allein“ kann entlastend sein. Eine Untersuchung von Faye Mishna zu Jugendlichen in psychodynamischer Gruppentherapie beschreibt hierfür den Begriff der „mutual recognition“: Jugendliche erkennen sich in anderen wieder und erleben gleichzeitig, dass andere sie verstehen und sich in ihnen wiedererkennen können (Mishna, 1996).
Psychodynamische Gruppentherapie: Beziehungen nicht nur verstehen, sondern erleben
Gerade aus psychodynamischer Sicht liegt eine besondere Stärke der Gruppentherapie darin, dass Beziehungen nicht nur besprochen, sondern im Hier und Jetzt erlebt werden.
Ein Kind, das beispielsweise häufig das Gefühl hat, von anderen nicht verstanden zu werden, kann diese Erfahrung auch in einer Gruppe mitbringen. Vielleicht zieht es sich zurück, bevor andere überhaupt reagieren können. Vielleicht wird es schnell wütend, wenn jemand anderer Meinung ist. Oder es wartet ab, weil es gelernt hat, die eigenen Bedürfnisse zurückzunehmen.
In der Gruppe können solche Muster sichtbar werden. Gleichzeitig entsteht die Möglichkeit, etwas Neues zu erleben: verstanden zu werden, Grenzen zu setzen, sich zu zeigen, einen Konflikt auszuhalten oder nach einem Streit wieder aufeinander zuzugehen.
Gemeinsam neue Erfahrungen machen
Gruppentherapie kann ein besonderer Erfahrungsraum sein: ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche erleben, dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht allein sind, neue Seiten an sich entdecken, sich ausprobieren und Beziehungen anders gestalten können.
Dabei geht es nicht darum, sich möglichst schnell zu verändern.
Vielmehr darf Entwicklung Schritt für Schritt entstehen – in einem geschützten Rahmen, mit anderen und mit therapeutischer Begleitung.
Wenn Sie sich fragen, ob eine Gruppentherapie für Ihr Kind oder Ihren Teenager geeignet sein könnte, berate ich Sie gerne in einem persönlichen Gespräch in Bremen.
Herzlichst,
E. Salmaier
Quellenverzeichnis
- Mishna, F. (1996). In Their Own Words: Therapeutic Factors for Adolescents Who Have Learning Disabilities. International Journal of Group Psychotherapy, 46(2), 265–273.
- Shechtman, Z. (2017). Group Counseling and Psychotherapy With Children and Adolescents: Theory, Research, and Practice. Routledge.


